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Reizdarmsyndrom – naturheilkundlich betrachtet

Bei über der Hälfte der Patienten, die mit Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung in die Habichtswald-Klinik kommen, wird das Reizdarmsyndrom diagnostiziert.

 

 

In den Industrienationen leiden ca. 10% der Bevölkerung an dieser Erkrankung, dabei sind Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Hauptsymptome sind Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und/oder Verstopfung. Meist bessern sich die Beschwerden nach dem Stuhlgang. Wenn keine eindeutige Zuordnung möglich ist, und eine Magen-Darmspiegelung keinen krankhaften Befund aufweist, liegt die Ursache oft in einem Reizdarmsyndrom.

Mögliche Ursachen für das Reizdarmsyndrom

Faktoren wie Genetik, Umweltverschmutzung, Stress und Ernährung haben einen großen Einfluss auf die Darmflora. Eine Störung in ihrem Gleichgewicht kann eine erhöhte Durchlässigkeit  der Darmwand zur Folge haben. Die Nervenzellen des Darmes, die auch als das “Bauchhirn“ bekannt sind, kommunizieren über Hormone und Botenstoffe mit dem zentralen Nervensystem. An diesem Austausch sind Darmbakterien und das Immunsystem des Darmes rege beteiligt. Auch das vegetative Nervensystem kann durch kontinuierlichen Stress ins Ungleichgewicht geraten und somit eine psychosomatische Erkrankung für das Reizdarmsyndrom ursächlich sein.

Diagnostikverfahren in der Habichtswald-Klinik

Es existiert eine Reihe von Krankheiten die ebenfalls Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall bewirken. Zur Diagnose des Reizdarmsyndroms werden diese anderen Erkrankungen mittels einer gründlichen Anamnese und daraus resultierenden Testverfahren ausgeschlossen oder bestätigt. Zur Erstellung eines detaillierten Eindrucks werden die Patienten auch auf Begleiterkrankungen sowie Mangelerscheinungen an Vitaminen und Mineralien hin untersucht, eine fachärztliche Untersuchung ist also unbedingt notwendig.

Wenn durch Magen- und Darmspiegelung bei Ihren Arzt eine organische Ursache ausgeschlossen wurde, werden bei uns in der Habichtswald-Klinik weiterführende Untersuchungen durchgeführt. Erkrankungen wie z. B. Fruktose- und Laktoseintoleranz haben ein ähnliches Krankheitsbild und können mittels Atemgasproben festgestellt werden. Bei Non-Zöliakie-Gluten-Überempfindlichkeit, Histaminintoleranz und weiteren Nahrungsmittelunverträglichkeiten, sind IgE- und IgG Bluttests erforderlich.

Verdauungsstörungen lassen sich auch anhand von Verdauungsrückständen der Fett- und Stickstoffausscheidung überprüfen. Steigen diese auf pathologisch hohe Konzentrationen an, liegt das an einer mangelnden Resorption von Nahrungsmitteln, die von Durchfällen und Krämpfen begleitet wird. Durch Stuhltests können Rückstände identifiziert werden, die einen Hinweis auf Erkrankungen der Leber und Gallenwege geben sowie ein Fehlen von Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse anzeigen können. Eine Analyse der Darmflora kann eine mikrobielle Dysbiose aufzeigen und Rückschlüsse auf Krankheitskeime, Pilze, Bakterien und Viren geben.

Therapieverfahren in der Habichtswald-Klinik

Sie erhalten eine detaillierte Empfehlung, welche Therapien, Verhaltensweisen und Ernährung und evtl. Nahrungsergänzungsmittel individuell zu Ihrem Krankheitsbefund passen.

Durch reinigende Einläufe, ärztlich begleitetes Heilfasten nach Buchinger und anschließender Ernährungsanpassung, können wir oft den Heilprozess des Darms unserer Patienten unterstützen und beschleunigen.

Zu der ganzheitlich-naturheilkundlichen Therapie der Klinik beim Reizdarmsyndrom gehören neben individualisierten Ernährungs- und Lebensstil-Beratungen und Bewegungsübungen, auch Heilpflanzen. Es werden häufig Mariendistel, Artischocken und Lavendel verwendet. Diese werden zur Stressbewältigung durch verschiedene Entspannungsmethoden und Psychotherapie, sowie Elementen aus der Physikalischen Therapie ergänzt. Sie erhalten Anleitungen, wie Sie Ihre Selbstheilungskräfte am Besten aktivieren.  Unsere ganzheitlich ausgebildeten Fachärzte begleiten Sie auf dem Weg der Besserung.

 

Vereinbaren Sie jetzt einen individuellen Beratungstermin mit Frau Dr. med. Scheiderbauer

Telefon: 0561 / 3108 102          E-Mail: scheiderbauer@habichtswaldklinik.de

 

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Veröffentlicht: 07.06.2017
Autor: Dr. med. Rotraud Scheiderbauer
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Über den Autor

Chefärztin Innere Medizin