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„Burnout“ – Wege aus der Erschöpfung

Was versteht man unter „Burnout“?

Burnout“ meint das „Ausbrennen“ meist  in beruflichen Zusammenhängen. Es ist ein schleichender Prozess, der sich über bestimmte Phasen manchmal über Jahre hinzieht, ehe die Symptome deutlich erkennbar werden. Burnout kann entstehen in einem lange anhaltenden Dauerstress-Zustand, der nicht von Erholungsphasen kompensiert wird. Betroffen sind vor allem hoch engagierte, mit ihren beruflichen Zielen (über-)identifizierte Menschen, manchmal aber auch Mütter, Berufseinsteiger oder Menschen in der „Midlifecrisis“. Zunehmende Komplexität, erhöhte Anforderungen, Zeitdruck im Arbeitsbereich, weniger Selbstbestimmung führen zu erhöhten Anstrengungen mit geringer werdendem Erfolg mit nachfolgender Resignation und Ohnmachtsgefühlen. Unmerklich hat sich die ganze Energie und Aufmerksamkeit auf die Arbeit konzentriert. Anfangs war man „Feuer und Flamme“ für den Beruf. Mit der Zeit aber hat sich Frustration eingeschlichen, das Gefühl, alles nicht mehr zu schaffen, zu wenig Anerkennung und Erfolg in der Arbeit zu finden. Die Folge ist ein beruflicher und privater Rückzug: innerlich hat man schon gekündigt, hat wenig Energie und Zeit für Freunde, Hobbys und andere Freizeitaktivitäten. In dem Versuch, der sinkenden Leistungsfähigkeit entgegenzuwirken, kommen oft Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder Genussmitteln hinzu. Schließlich hilft auch das nicht mehr, um sich aufzuputschen bzw. zu beruhigen. Es entwickelt sich eine zunehmende Erschöpfung und Verzweiflung bis hin zur Depression.

Welche Symptome kennzeichnen den „Burnout“?

Die Burnout – Symptomatik kann sich auf drei Ebenen manifestieren:

  • psychische Symptome
  • körperliche Symptome
  • Verhaltensänderung

Als psychische Symptome können wir z.B. langanhaltende allgemeine Unlust, depressive Niedergeschlagenheit, Ängste, aggressive Gereiztheit bei verminderter Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit, allgemeine emotionale Verflachung,  Neigung zum Zynismus oder vermindertes Selbstwertgefühl  finden.

Körperliche Symptome können z.B. Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Probleme, gestörter Appetit sowie Infektneigung sein.

Als Verhaltensänderung kann es zu zunehmendem sozialen Rückzug auch von Ehepartnern und Freunden mit folgenden Beziehungsstörungen bis zur sozialen Isolation kommen, verbunden häufig mit dauerhaften sexuellen Unlustgefühlen, außerdem zum Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder anderen Genussmitteln.

Welche Risiken erhöhen die Wahrscheinlichkeit eine Burnoutsymptomatik zu entwickeln?

1.    auf persönlicher Ebene:
  • Enttäuschung und Frustration infolge von eigenen unrealistischen Zielsetzungen
  • unrealistische Größenvorstellungen bezogen auf die eigene Wirksamkeit
  • Überidentifikation mit Arbeitsplatz, Klienten, Patienten, Schülern,…
  • allg. Abgrenzungsschwierigkeiten
  • Vorstellung eigener unbegrenzter Belastbarkeit
  • Tendenz zur Selbstaufopferung
  • Idealismus (Fanatismus)
  • mangelnde Trennung zwischen Beruf- und Privatleben
  • langanhaltende private Belastungen
  • körperliche Erkrankungen

 

2.    auf institutioneller Ebene
  • sehr hohe Arbeitsdichte, ständiger Zeitdruck
  • hohe Verantwortung bei geringer Entscheidungskompetenz
  • erhöhter Verwaltungsaufwand zu Lasten von Patienten-, Schüler-, Klientenkontakten mit der Erfahrung reduzierter Selbstwirksamkeit
  • weniger selbstbestimmte Arbeit, geringes Erfolgserleben
  • unklare Strukturen, unklare Hierarchieebenen
  • Grenz- und Regelverletzungen
  • langwierige undurchsichtige Entscheidungsprozesse
  • hohe Personalfluktuation
  • mangelnde Fortbildung und – Qualifikation
  • Rollenkonflikte
  • regelmäßige Berührung mit Gewalt, Sterben und Tod
Wie kann man selbst einem „Burnout“ möglichst vorbeugen?
  • sich realistische Ziele setzen, die den eigenen Fähigkeiten angemessen und altersentsprechend sind, um so Erfolgserlebnisse haben zu können
  • eigene Illusionen z.B. über unbegrenzte Belastungsfähigkeit aufgeben
  • gute Aus- und  Weiterbildung
  • klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben
  • kleine auch selbstverständliche Erfolge wertschätzen
  • regelmäßig freundschaftliche Kontakte pflegen, Geselligkeit
  • Hobbies pflegen, regelmäßig Dinge tun, die Freude bereiten
  • eine positive, sich und andere wertschätzende Grundhaltung aufbauen
  • Auszeiten nehmen, Sabbatjahr, Reisen
  • inne halten und zu sich kommen
  • spazieren gehen
  • Raum für Fantasie und Kreativität
  • Humor bewahren
  • Achtsamkeit üben, Yoga und Meditation
  • dem eigenen Leben und Handeln Sinn geben
  • regelmäßig und gesund essen und trinken
  • ausreichend Schlaf
  • regelmäßige Pausen und Entspannung
  • regelmäßig Bewegung (Gesundheitssport)
  • regelmäßig „Nichtstun“ (Seele baumeln lassen)

Wenn die Selbsthilfemaßnahmen bei der Prävention nicht ausreichen und sich eine Burnoutsymptomatik einstellt, ist es empfehlenswert sich ambulante oder stationäre therapeutische Unterstützung zu holen, um wieder neue Energien zu schöpfen und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Vereinbaren Sie jetzt einen individuellen Beratungstermin mit Frau Dr. med. Fröhlich-Gildhoff

Telefon: 0561 / 3108 327          E-Mail: gildhoff@habichtswaldklinik.de

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Veröffentlicht: 13.12.2017
Autor: Dr. med. Gabriele Fröhlich-Gildhoff
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Über den Autor

Chefärztin Psychosomatik